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Kriegsgräberstätte Engelsfelde

Gedenkstätte Engelsfelde

Die Toten

Hier ruhen ca. 200 Kriegstote des Zweiten Weltkrieges.

 

80 namentlich bekannte Soldaten wurden in den letzten Monaten vor Kriegsende von der nationalsozialistischen Militärjustiz in Berlin-Spandau wegen sogenannter Wehrkraftzersetzung und Desertion zum Tode verurteilt und hingerichtet.

 

Die Urteile wurden u.a. in der Murellenschlucht / Schanzenwald, Berlin-Ruhleben, vollstreckt. Die Toten wurden hier an diesen Ort verbracht und würdelos anonym in Sammelgräbern verscharrt.

 

Bei ca. 110 namentlich unbekannten Kriegstoten handelt es sich vermutlich um Opfer aus den Kämpfen um Berlin, die im Raum Seeburg – Engelsfelde ihr Leben verloren. Unklar bleibt, ob es sich dabei um Zivilisten oder Soldaten handelt. Ihre Schicksale konnten bisher nicht ermittelt werden.   


Die Anlage

Sammelgräber Engelsfelde / Beisetzungsstelle der Garnison Spandau

 

1945   Bestand: sechs Grabhügel von 18 bis 20 Metern Länge mit einem Holzkreuz
1972 Einebnung der Grabhügel und Einfriedung der Anlage
1977

Anbringung der Gedenktafel für Werner Schallhammer auf Initiative der Mutter

Registrierung der Grabanlage in der Gedenkstättenliste des Bezirkes Potsdam als

“Gemeinschaftsgrabstätte für ermordete Antifaschisten und deutsche Soldaten im Wald“

1986

Aufnahme in die Kreisdenkmalliste des Kreises Potsdam und Aufstellung des

Gedenksteines mit der Aufschrift: “Gedenkstätte für antifaschistische

Widerstandskämpfer – Die Toten mahnen“

1993 Registrierung als Kriegsgräberstätte Engelsfelde
2021 Neugestaltung der Anlage, Wiedererstellung eines Hochkreuzes und Ausschilderung

 

Mit der Neugestaltung der Kriegsgräberstätte, 76 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges, wurde für die hier ruhenden Toten ein würdiger Ort der letzten Ruhe geschaffen. Somit ist die Kriegsgräberstätte Engelsfelde zu einem Beleg für bürgerliches Engagement und verantwortungsvolle Geschichtsbetrachtung geworden.

Die Enthüllung der Gedenktafel und der Totentafel erfolgte am Volkstrauertag 2021 durch den Ortsbeirat von Seeburg der Gemeinde Dallgow-Döberitz. 

 

Zur Kranzniederlegung kamen Soldatinnen und Soldaten der Seeburger Patenkompanie der Bundeswehr, Kompanie Sanitätsregiment Berlin-Kladow, die Landtagsabgeordneten Barbara Richstein, Petra Budke und Lena Duggen, Mitglieder der Gemeindevertretung und des Ortsbeirates sowie der Bürgermeister Sven Richter.

 

Gedenkstein            Patenkompanie         

 

Mögen die Toten uns mahnen, uns zu jeder Zeit an jedem Ort für Freiheit, Recht und Frieden einzusetzen.

 

  1. Totentafel 
  2. https://www.maz-online.de/Lokales/Havelland/Engelsfelde-Reise-in-die-Vergangenheit
  3. https://steingymnasium.de/archiviert/widerstandsprojekt-werner-schallhammer/
  4. https://taz.de/!1184728/
  5. https://leute.tagesspiegel.de/spandau/kuenstler/2020/11/09/146581/vergessene-graeber-am-hahneberg/
  6. https://bldam-brandenburg.de/wp-content/uploads/2021/03/08-HVL-Internet-20.pdf
  7. http://www.seeburg-city.de/chronik/text_fnp.htm#Soldatengr%C3%A4ber 
  8. https://de.wikipedia.org/wiki/Aufhebung_von_NS-Unrechtsurteilen [Stand:11.05.2021]
  9. http://www.denkzeichen-am-murellenberg.de/murellenberg_geschichte.html
  10. https://www.berliner-zeitung.de/fliegende-standgerichte-vollstreckten-in-der-ruhlebener-murellenschlucht-mehr-als-300-urteile-gegen-deserteure-staakener-pfarrer-theile-rettete-menschenleben-li.33652
  11. https://www.berliner-zeitung.de/104-spiegel-erinnern-an-die-erschiessung-von-wehrmachtsangehoerigen-die-toten-aus-der-murellenschlucht-li.33653