Seit dem 25. September steht vor der großen Eiche am Kirchenanger in Dallgow-Dorf ein mächtiger Findling. Seine Inschrift „Dalgow 1271“ erinnert an die ersten Erwähnungen des Ortes. Mit der feierlichen Enthüllung des Gedenksteins gingen zugleich die Aktivitäten zum 755-jährigen Ortsjubiläum zu Ende. Möglich wurde das Projekt vor allem durch das Engagement der Interessengemeinschaft Geschichte Dallgow-Döberitz und des Dorfvereins Dallgow-Dorf.
Der Stein ist kaum zu übersehen. Wer durch Dallgow-Dorf kommt, kann nun einen Blick auf die Inschrift werfen – und sich vielleicht fragen, warum dort „Dalgow“ statt „Dallgow“ steht. „Das ist kein Tippfehler“, erklärt Michael Kotte von der Interessengemeinschaft Geschichte Dallgow-Döberitz e. V.. Am 20. November 1271 sei der Ort erstmals urkundlich erwähnt worden. Damals habe Ritter Rudolph von Schneitlingen dem Benediktinerkloster zu Spandau sieben Hufen Land in Dalgow überlassen, um seine Tochter im Kloster unterbringen zu können.
Die Schreibweise mit Doppel-L kam nach Kottes Darstellung erst im 19. Jahrhundert auf. Ein Siegelmacher in Nauen soll sich bei der Anfertigung eines Stempels vertan und den Ortsnamen versehentlich mit zwei L geschrieben haben. „Das ist dann so geblieben“, erzählt Kotte.
Zur feierlichen Enthüllung kamen zahlreiche Bürgerinnen und Bürger sowie Vertreter der Interessengemeinschaft Geschichte Dallgow-Döberitz und des Dorfvereins Dallgow-Dorf zusammen. Auch Bürgermeister Sven Richter sprach zu den Anwesenden. Mit der Übergabe des Gedenksteins an die Bevölkerung seien die Jubiläumsaktivitäten nun abgeschlossen, sagte Richter. Der Standort am Kirchenanger sei bewusst gewählt: Hier, in Dallgow-Dorf, liege der historische Ursprung der Gemeinde. Der Stein mache sichtbar, dass das heutige Dallgow-Döberitz auf einer jahrhundertealten Geschichte aufbaue. Zugleich gebe er dem Ort einen erkennbaren historischen Mittelpunkt.
Auch Michael Kotte möchte, dass der Stein mehr ist als eine Ergänzung zum Ortseingangsschild. Er soll Einwohnern und Gästen vor Augen führen, wie weit die Geschichte des Ortes zurückreicht. Gerade bei Dorffesten auf dem Platz könne er zu einem Bezugspunkt für die Menschen werden. Eine lange Reise hat der Findling selbst bereits hinter sich: Laut Kotte gelangte er während der Eiszeit aus Skandinavien in die Region, wurde später gefunden und hat nun seinen Platz in Dallgow-Dorf.
Richter dankte den Beteiligten und betonte, der Findling stehe für die gemeinsame Identität, den Wandel des Ortes und das Zusammenwachsen seiner Ortsteile. „Wir hoffen, dass der Gedenkstein dazu beiträgt, dass die Verbundenheit der Dallgower zu ihrem Ort weiter steigt“, sagte er.
Nach der Enthüllung des Gedenksteins und einem historischen Blick auf die Gemeinde lud Pfarrerin Claudia Neuguth die Dallgower zum gemeinsamen Gebet ein, bevor die Anwesenden bei einem vom Förderverein Dallgow-Dorf bereitgestellten Kaffee & Kuchen-Buffet zusammenkamen. Musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung vom Posaunenchor des Pfarrsprengels Dallgow.